7. Astarte (Sommer) A.A. 71 t.n. - Nadessha Dovrac Selenova von Rabenhorst, Elfkreuzerin

Vasallin über Akronisch Aredrokh

Zum Ruhme Astartes gefallen im Kampfe gegen eine unheilige Geißel der fernen Dreilande. Sacor sei ihr Begleiter.

 
 
n.sterbend
Lange Zeit haben jene geschwiegen, die Nadessha am nächsten waren.
 
Doch das Jahr der
Trauer hat sich dem Ende geneigt.In all den langen dunklen Monaten haben wir keine Worte finden können um unseren Verlust Ausdruck zu verleihen... und noch heute fällt es uns schwer.Gibt es überhaupt ein Wort dafür? Wenn ein Teil von uns stirbt. Und welches Wort hätte die Kraft, die Fülle, die Tiefe und die Wucht all das zu sagen, was sie uns bedeutet hat.Es gab ihrer immer Zwei: Eine Tochter Akrons. Diplomatische Schlüsselfigur, mittellandeweit bekannt und beliebt, umgarnt von stolzen Rittern, Fürsten und anderen Mächtigen. Ich habe ihren langen Weg an die Spitze aus nächster Nähe erlebt. Ungezählt sind die parfümierten Liebebriefe, die sie mit ins Flammengrab genommen hat. Und noch immer sorgt ihr Becherwurf auf den Fürsten Jakants für allgemeines Schmunzeln in eingeweihten Kreisen. Aber ebenso haben sie viele als unerschrockene Streiterin und Bewahrerin der Ordnung Astartes
erlebt...und so ist sie auch gefallen. Sie war vieles: Eingeweihte, Diplomatin, Kriegerin, Lehrmeisterin, Schwester, Vertraute. Und sie wäre sicher noch vieles geworden... Jemandem wie Nadessha stand die Welt offen. Mit allen Wassern Akrons gewaschen, entschied sie sich für den verantwortungsvollsten aller Wege: zu lenken, zu leiten und zu führen.
Und auch ihr Tod zeugt von dieser Verantwortung: Ohne Rücksicht auf sich selbst, warf sie sich dem Widernatürlichen entgegen um so das Übel von allen anderen abzuwenden.
Aber es gab ihrer immer Zwei: Ein Kind der Bojaren, eine stolze Tochter der Steinwacht. Sie war die Älteste, sie hatte das schwerste Erbe und den weitesten Weg. Als Stolz ganzer Generationen blickten die Menschen der Steinwacht stets aufmerksam auf ihre Schritte in der Welt... bis sie keinen Schritt mehr tat.

Ein Platz steht nun leer an der Tafel, den Beratungstischen, Kriegsräten, Reichsversammlungen und in den Schlachtreihen. Auch dafür haben wir kein Wort. Wir wissen nur, dass dieser Platz für die meisten zu groß sein dürfte.

Nadessha hat keine Kriege geführt, höchstens erklärt. Sie war keine große Feldherrin, sie zog lieber im Hintergrund die Fäden und bereitete vor. Ihr feines Wort ordnete die Welt und dennoch: Unbemerkt konnte sie nie bleiben, Stille war ihr nie vergönnt:

Einst weilte sie in Jakant. Ihr Auftrag war geheim und so reiste sie auch geheim. Doch wie immer drohte Unheil und als sie in der Hitze der Schlacht die Verkleidung von ihrem Schilde riss, da prallten die Horden des Chaos zurück, denn sie wurden Nadesshas gewahr und Astarte war mit ihr.

Sie stand immer im Licht, auch dem der Aufmerksamkeit.
Doch mit diesen Worten soll die dumpfe Grübelei enden.

Es gilt ihre Geschichte zu erzählen. Es gilt an die Feuer zu treten und Zeugnis über sie abzulegen.
Weint nicht länger, sondern rühmt ihre Taten. Lasst sie leben indem sie in euren Geschichten weiterlebt.

Wir schreiben ihr ein Wort in den Himmel und schenken ihr einen Stern, damit wir sie sehen können, wenn wir nachts sorgenvoll die Blicke in den Himmel richten.
Wir sagen: Lebewohl, Schwester. Tausend Meere zwischen dir und mir und auch der Welt.
Deinem Geist und Körper einen Tempel. Deinem Lachen die Berge, deinen Liedern die Seen, deinen Blicken die Himmel und deinen Gedanken die grüne Flut am Fuße.

Für all ihre Brüdern und Schwestern im Geiste und im Herzen, für die Bojaren, für die Steinwacht,

Rigobert Dovrac Selenovich

 
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