Gebildeter Mob verprügelt Gomez de la Muerte-Leugner
Gebildeter Mob verprügelt Gomez de la Muerte-Leugner
Die Hertenbrucher Miliz meldete in der Woche vor dem Fest der
besinnlichen Wehrertüchtigung einen Zusammenstoß zwischen einem
Unbekannten und einer größeren Menschenmenge, angeführt von mehreren
Magistern der Akademie und einem aufgebrachten Priester unserer
geliebten Göttin Astarte. Die Menge hetzte den Unbekannten immer tiefer
in die fruchtbaren Sümpfe Hertenbruchs und bewarf ihn dabei mit
Schimpfworten und 9 bis 11 Heißwein-Krügen.
Nachdem die Akademiker allerdings eine kurze Pause zum befeuchten ihrer
Kehlen eingelegt hatten, war der unbekannte Hetzer bereits in den
Sümpfen verschwunden.
In einem anschließenden Gespräch mit Magister Fresenius Weisskopf stellte sich die vorhergehende Situation wie folgt dar:
Der Unbekannte hatte sich bereits am Morgen in der bei Familien
beliebten Schänke "Zum blutigen Armstumpf" eingefunden und drängte sich
dem Wirt als Geschichtenerzähler auf. Nach einigen mäßig unterhaltsamen
Erzählungen kam es allerdings zum Affront. Der Unbekannte stimmte ein
Lied an, in dem 2000 Akroner von 18 Kaozischen Kämpfern bezwungen
worden seien sollen. Als einige der jüngeren den scheinbar Verwirrten
auf seinen Realitätsverlust aufmerksam machten geriet dieser in eine
wilde Rage. Er deutete wild mit dem Finger auf die 4 bis 7 Lenze
Zählenden und sagte dann das Unfassbare! Er brüllte, es sei undankbar
von diesen Besiegten ihn zu beschimpfen, schließlich habe er sich doch
aufgemacht, in "kaozisch Akron" nach der verlorenen Schlacht die
"wahren Opfer des Krieges" mit seinen Geschichten und Liedern
aufzuheitern. Als die Kleinen ihn wiederholt auf seine mangelhafte
Wahrnehmung aufmerksam machten, schrie der ihnen entgegen, sie litten
an Realitätsverlust, schließlich gäbe es den heiligen Gomez de la
Muerte gar nicht und ihre Eltern würden ihnen nachts die kleinen
Schwerter, Dolche, Schilde, Kurzbögen, Beilchen, Messer, Streitkolben,
Tartschen, Macheten, Dreschflegel, Kampfstäbe, Morgensterne,... Speere,
Wurfmesser, Degen, Bihänder, Knüppel und Äxte in den Sack am Herd
legen.Von dieser astartelästerlichen Rede aufgebracht sammelte sich
bald eine Menschenmenge vor dem von Leugner-Speichel umgebenen Schemel,
auf den sich der geifernde Unbekannte alsbald erhoben hatte. Unter
ihnen befand sich auch eine Abgesandtschaft der Akademie und der
örtliche Astarte-Priester, welche zuerst mit beruhigenden Worten auf
den Leugner einredeten. Als dieser jedoch weiterhin den Heiligen als
nicht existent verunglimpfte, wurde es der leicht angetrunkenen Menge
zu viel und er
wurde danach aus der Stadt gejagt.
Der Astarte-Priester bestätigte dem Kreutzer
hinterher jedoch, daß unser Gomez de la Muerte so einfach nicht zu
kränken sei, schließlich habe er sich ja auch, nur mit einem Löffel
bewaffnet, durch die Heerscharen des Dunklen Reiches gekämpft, ohne
sich entmutigen zu lassen.
Es freut den Kreutzer verkünden zu können, daß auch dieses Jahr wieder
unser aller geliebter Heiliger des nächtens die Heimstätten treuer
Astartegläubiger besuchen wird, um die Bewaffnung des akronischen
Nachwuchses voran zu treiben.
Ein fröhliches Wehrfest wünscht die gesamte Redaktion des Kreutzers.
zensiert aber nicht gegengelesen - n.
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