16. Astarte a.A. 67 t.n. - KALTER SONNENSCHEIN
Justus Jonathan schreibt diese Zeilen. Staub brennt in seinen Augen und trocknet die Tinte, kaum sie das Pergamtent berührt. Wie allgemein bekannt ist werden die Milizen ausgehoben. Die Felder und Fluren liegen Brach. Von der Feldarbeit gehärtete und knotige Hände schliessen sich um das Heft kalten Stahls.
Männer werfen mit grimmig entschlossenem Blick einen vielleicht letzten Blick auf ihren Hof, Frauen zurren die Riemen ihrer schon lange nicht mehr gebrauchten Rüstungen fest und geben ihre Kinder in die Obhut der Alten. Zu jeder Quart schallt der Ruf der bronzenen Kriegshörner über das Land. Unter dem Banner der in strahlendes Weiß und unheilverkündendes Schwarz gewandeten akronischen Lehnsherren sammeln sich die Menschen. In strahlendem Sonnenschein wirken die Staubwolken der Trosse auf den wenigen Strassen fast malerisch, doch der trockene Staub legt sich auf die Häupter derer, die ziehen. Zu fest sind die Kiefermuskeln der Streitenden gespannt, als das der Sand zwischen ihren Zähnen knirschen könnte. Noch nie galt es, diese furchtbaren Schritte zu tun. Aber nun ist es soweit. Und wie die bloßen Füsse der Milizen und die Hufe der ritterlichen Schlachtrösser die lehmigen Strassen fest wie Stein stampfen, ziehen dunkle Wolken westwärts auf. Erstmals in 67 Jahren weißt die Sonne mit bleichem Licht den Weg des Schwertes in besetztes akronisches Land. Der Geist Akrons richtet seine harten Augen hinter die eigenen Reihen. Der Verrat wird nicht ungesühnt bleiben.
 
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