| 1. Ague a.A. 68 t.n. - AUS ALLER WELT |
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Jüngst
erreichte die Kreutzer-Redaktion ein Artikel des Kukuks, dessen Herkunft den
Gebieten der Phoenix-Company zugeschrieben wird. Von offizieller Seite
distanziere man sich von den Inhalten. Der geneigte Leser wird sich an den
Krieg um die Befreiung West-Akron erinnern, wo sich erst jetzt allmählich
herausstellt, wer die wahren Gewinner dieses Konfliktes sind.
Der Kreutzer erlaubt es sich, folgenden Artikel des Kukuks abzudrucken. Es sey die darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zum Kreutzer, der geprägt ist von objektiver und wertneutraler Berichterstattung, der Kukuk nur zum Teil diesen hohen Ansprüchen gerecht wird. Der Krieg zwischen Akron und Aredhrokh oder wie man es diplomatisch nicht machen sollte Nach einer langen kreativen Schaffenspause, in der ich interessiert die neuesten Entwicklungen mit einigem Stirnrunzeln betrachtet habe, melde ich mich hoch motiviert wieder zu Wort. Eine neue Ausgabe unseres mehr oder weniger beliebten Blaettchens ist schließlich auch laengst ueberfaellig. Mit neuen Enthuellungen und kritischen Analysen melden wir uns aus der Versenkung zurueck. Mein besonderes Augenmerk liegt momentan auf den aktuellen Entwicklungen in den noerdlichen Mittellanden. Was fuer ein Glueck, dass mir Fuerstin Celeste, ist-sie-noch-Fee-oder-nicht, von Kaozisch-Rayon, Richard, der Entschwunde, von York, Dragan I., Hilfe-meine-Gemahlin-steckt-in-einer-Identitaetskrise, von Trawonien und nicht zu vergessen das reizende kleine Herzogtum Aredhrokh wieder reichlich Inspiration fuer einen neuen Artikel geliefert haben. Besagte Herrschaften sind die tragischen Verlierer der Schlacht um West-Aredhrokh, die erst kuerzlich gegen Akron geschlagen wurde. Ausloeser des Nachbarschaftskrieges war die zweifelhafte Schenkung des fuer Aredhrokh strategisch wichtigen westlichen Landesteiles an Akron durch Fuerst Richard of York, der ja bekanntermaßen seit mittlerweile ueber einem Jahr spurlos ver-schwunden ist. Kurz vor seinem mysterioesen Verschwinden, das mittellandeweit zu den kuriosesten Spekulationen fuehrte, erließ der Fuerst hoechst selbst die Kunde, dass er das vor einigen Jahren von dunklen Kreaturen befreite Aredhrokh aus dem bretonischen Reichsverband entlasse, und verschenkte weiterhin in einem Anflug selbstloser Großzuegigkeit seinem langjaehrigen guten Freund, dem Fuersten von Akron, das huebsche Fleckchen West-Aredhrokh (kleine Geschenke erhalten schließlich die Freundschaft!). Dummerweise hatten das gerade aus dem fuersorglichen Nest geflatterte Aredhrokh so gar kein Verstaendnis fuer die Freigiebigkeit seines ehemaligen Oberhauptes und weigerte sich trotzig, den Verlust hinzunehmen. Schnell hatte man sein Leid der Fuerstin von Kaotien geklagt, die auch sofort begeistert Hilfe zusicherte. Wie heißt es doch so schoen: Wenn Zwei sich streiten, freut sich die Dritte. Feeleste, Verzeihung, Celeste von Kaozisch-Rayon, die eh noch eine kleine Rechnung mit den Bretonen und deren akronischen Verbuendeten offen hatte, rieb sich die Haende. Bereits in der Befreiungsschlacht im Jahre 1199 um das von dunklen Streitkraeften besetzte Aredroc, mischte Celeste eifrig mit und bekam als Dank lediglich einen feuchten Haendedruck, was die, den Bretonen in Expansionsfreudigkeit um nichts nachstehende, Fuerstin ziemlich aergerte. Nun aber gab sich Kaotien keineswegs so bescheiden und forderte als kleinen Obolus fuer das ,,selbstlose" Engagement die Haelfte des aredroquianischen Ostens ein (boese Zungen sprechen bereits von Kaozisch-Aredhrokh). Und weil man eh gerade dabei ist, sich kraeftig an einem Krieg zu beteiligen, holte sich die eifrige Fuerstin auch gleich den zweiten Konflikt ins Haus (nur keine halben Sachen). Auf der lang erwarteten Hochzeit des trawonischen Koenigs, Dragan I., und der ,,entjungfeeten" Fuerstin Celeste im Mai diesen Jahres, konnten es sich bretonische Rostritter nicht nehmen lassen, mit ihrem jetzigen Lordkonsul (man beachte: Nach dem Ruecktritt von Aurel Armand de Saint-Morelle und Lady Kathleen von Kistalt der dritte Amtsinhaber innerhalb von 1½ Jahren. Die Bretonen haben neben Souveraen-Verschleiß eben auch einen ordentlichen Verbrauch an Diplomaten. Zum Trost fuer unsere bretonischen Leser: Sollte auch der neue Konsul in naher Zukunft die Segel streichen und sein Amt fuer die Rosenzucht aufgeben, veroeffentlicht unsere Redaktion gerne ein entsprechendes Stellenangebot) nach Trawonien zu reisen, um diesem denkwuerdigen Ereignis beizuwohnen (nun gut, ich haette auch lieber Ratten im Keller als trampelige und poebelnde bretonische Ritter auf einer Hofhaltung oder gar auf einer Hochzeit, dennoch kein Grund wie gleich beschrieben mit verrosteten Gaesten umzuspringen.). Die Delegation wurde waehrend eines Ehrenduells festgesetzt, das zwischen Sir Reginald Front-de-Boeuf und dem in Bretonien als Hochverraeter deklarierten ehemaligen bretonischen Ritter Guy de Larisse stattfinden sollte (der sich vom schaerfsten Kaotien-Kritiker und Feen-Hasser innerhalb kuerzester Zeit zum Grafen im Fuerstentum Rayon mauserte), nachdem man ihnen zunaechst das Gastrecht gewaehrt hatte. In einem Gerichtsverfahren, das in aller Stille einberufen wurde, wurden drei Ritter zum Tode verurteilt. Dem ehemaligen bretonischen Champion und Lordregulator, einem persoenlichen Feind der Fuerstin, wurde die Ritterehre aberkannt (so ein Procedere ist zwar rechtlich nicht wirklich korrekt, aber wen kuemmert's!?), bevor man das Urteil an ihm ebenso still und leise vollzog (nun gut, wenigstens hat man ihn nicht zwischen Hauptgang und Dessert ganz im bretonischen Stil mit einer Armbrust abgeschossen). Die anderen beiden Sires wurden begnadigt und zusammen mit dem Lordkonsul des Landes verwiesen, im Gepaeck eine Kriegserklaerung von Seiten Kaoziens. Im Ausland wurde dieser Eklat mit Ablehnung und harscher Kritik aufgenommen. Aber auch bei dieser Geschichte gibt es einen Gewinner und das ist ganz zweifelsfrei Akron, das vehement auf die Landschenkung pochte. Denn nach der Hinrichtung des beruehmten Ritters Reginald Front-de-Boeuf fuehlten sich einige Laender moralisch verpflichtet, auf akronischer Seite den Kaoziern mal so richtig die Leviten zu lesen. Der eigentliche Kriegsgrund wurde dabei schnell ein wenig in den Hintergrund gedraengt, ein Grossteil sah es wohl eher als einen Rachefeldzug gegen Fuerstin Celeste. Mit fatalen Auswirkungen: In der entscheidenden Schlacht wurden die aredroquianischen, kaozischen und die weiteren allierten Truppen geradezu ueberrannt. West-Aredhrokh ist also zukuenftig akronisches Hoheitsgebiet und die Aredroquianer verlieren dummerweise auch noch die Haelfte ihres oestlichen Territoriums (da hat man sich so richtig ins eigene Fleisch geschnitten. Diese Vereinbarung faellt eindeutig in die Kategorie: Dumm gelaufen). Die hoch gelobte Allianz freier mittellaendischer Reiche, ein weitreichendes Defensivbuendnis, welches erst letztes Jahr von Solania, Kaotien, Aredhrokh und Grenzbrueck ins Leben gerufen wurde, zeichnete sich insbesondere durch die perfektionierte Unfaehigkeit aus. Vielleicht haetten sich die Foederaten auch zunaechst einmal auf eine einheitliche Definition des Begriffs ,,Defensiv-Buendnis" einigen sollen, denn die unterschiedlichen Interpretationen zeigten sich nur allzu deutlich (oder die hohen Herrschaften haetten sich einmal durchlesen sollen, was sie unterschreiben). Grenzbrueck verhielt sich sehr defensiv, indem es erst gar keine Truppen entsandte, Solania fluechtete sich ganz und gar defensiv vom Schlachtfeld und auch einige kaozische Streiter ließen sich Geruechten zu Folge von Akron bestechen und blieben ebenfalls vollkommen defensiv, mit prall gefuellten Geldbeuteln, dem Kampfe fern. Sehen wir es aber positiv: Jedes Buendnis ist zu etwas nuetze und wenn es nur als schlechtes Beispiel dient. Man darf gespannt sein, ob es zu einem Krieg zwischen Bretonien und Kaotien kommen wird. Die Zeichen stehen guenstig fuer neue Buendnisse und ich beobachte interessiert, welche Konspirationen und Ueberraschungen uns in diesem Jahr erwarten werden. In diesem Sinne wuensche ich geruhsame Wintertage und verbleibe bis zur naechsten Ausgabe. Mit vorzueglicher Hochachtung, Ihre Caltha Palustris |
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