Rasmus Urteil

Urteilsspruch über Rasmus Rauschenbach durch Rigobert Dovrac Selenovich, Lehnsherr der Steinwacht. A.A. 71 t.n.

 

Zwei der Unsrigen sind tot, ihre Geschichte wird kein Ende finden.

Damit hat ihr Mörder sein Leben verwirkt.

Doch Unachtsamkeit und Dummheit haben zu jener Tat geführt, weshalb wir es als zu geringe Strafe erachten, ihn zu töten, ihm Ruhe zu geben.

Er soll leben, doch wir tilgen ihn, vergessen ihn. Löschen seinen Namen aus den Erzählungen und aus den Träumen.

Keine Geschichte soll von seinen Taten zeugen und keine Erinnerung an ihn bewahrt werden.

Am Bannspruch des Vergessens soll er elendig zu Grunde gehen.

 

 

Der Mann, der hier vor uns steht, ist Rasmus Rauschenbach, ein Nichtsnutz, ein Haderlump, ein Tagedieb;

nicht würdig das Land der Ahnen zu betreten.

Keine Sippe, kein Haus und kein Feuer soll ihm die Gastfreundschaft gewähren und mit Stein und Holz werden wir das Leben aus ihm treiben, wenn er sich unserer Weisung widersetzt.

Weiter erklären wir jenen, der Rasmus Rauschenbach genannt, für vogelfrei.

Keinen Stahl darf er zu seinem Schutze tragen, kein Geld zu seinem Wohle nehmen und ein jeder soll mit ihm verfahren, wie es ihm beliebt.

Ein Zeichen soll er tragen, damit ein jeder ihn erkennt und er keinen mehr täuscht.

 

Dies gilt bis zu jenem Tage, da ein gnädigerer Herr sich findet und sich des Rechtlosen annimmt und ihm den Weg weist.

Doch jener Tag macht ihn nicht frei. Drei Leben soll er dann zu retten haben. Drei Leben zu retten und drei zu rächen, denn drei ist die Zahl derer, die wir verloren haben.

 

 

Dies ist der Wille des Nashad Rigobert Dovrac Selenovich, dem Sohn seiner Ahnen, und seiner Getreuen

 

 
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