Steinwacht
Rigobert_Steinwacht>>Was ließen Jene die vor uns schon waren...
zurück für unsere Schar.<<

Erst von den höchsten Gipfeln ist dieses Land sowohl in Größe, als auch Beschaffenheit greifbar. Zum Osten hin erhebt sich das gewaltige Steinmassiv Azaskhal Dun's, der Heimat der Zwerge. Im Süd-Westen brandet das geheimnisvolle Grün des Alten Elbenwaldes an Felsen, und läuft zur Steppe im Südosten aus.

So bewahrt liegt sie da, die Steinwacht. Einst das Land der mächtigen Sippen der Pruzzen, Hirten und Tierbändigern, den Weisen und Benennenden Kalin'Chen und den Ahnensingenden Dovrac, nun beherrscht von den Elfkreuzern, und einigen Nachkommen. Gekrönt wird sie von zwei Festungen, der Namensgebenden, und der älteren Trutzburg Thorn.
Auf den Wiesen an den Hängen tummeln sich Schäfer mit ihren Herden, und an den Ausläufern des alten Elbenwaldes liegen kleinere Obstplantagen, die die verschiedenen „Rabenhorster" Säfte, aber auch den ein oder anderen Obstwein hervorbringen. Am Fuße des Korjakengebirges, dort wo die Feste Steinwacht das Tor zu den Bergen darstellt, lockert sich die Landschaft, die Wiesen und Felder werden größer und grüner. Hier züchtet man die allseits beliebten Wachteln und anderes Getier. Vereinzelt trifft man noch Sippen, besonders die der Pruzzen, die ihr nomadisches Leben noch nicht aufgegeben haben. Andere hausen noch immer in hölzernen Wehranlagen. Einige Fischer haben sich an der Havel in kleinen Dörfern breit gemacht und treiben Handel. Jäger durchstreifen das Vorgebirge und die kleinen Wälder der Ebene.

Rau und kühl sind sie, die ursprünglichen Bewohner dieser Landschaft. Doch voll von wildem Stolz. Der Umstand, dass ihre Siedlungen nur klein und weit versprengt sind, hat sie wehrhaft werden lassen. Einzig der Zusammenhalt sichert ihnen das Überleben und somit ist die Sippe das höchste Gut. Ihre Verehrung gilt den Ahnen und, seit der Ankunft der Elfkreuzer, auch Astarte. Der Zwei-Götter-Glaube wurde mehr und mehr zurückgedrängt und ist  nun vollständig aus der Steinwacht verschwunden.

Ehrfurchtsvoll blicken die Bauern und Hirten zu ihren Sippenoberhäuptern auf, die generationenlang die Geschicke gelenkt haben. Bevor der Elfkreuzer Ludwig von Rabenhorst zum Vasallen der Steinwacht ausgerufen wurde, war es das Geschlecht der Dovrac, welches herrschte. So wurde Eymar, Ludwigs Sohn, eine aus jenem Geschlecht angetraut: Nadessha Dovrac Selenova; Tochter des früheren Sippenoberhauptes Miroslav Pruzzen, der Wütende genannt.

Der plötzliche Tod des ambitionierten Elfkreuzers und Lehnsmannes Eymar, berief die junge Witwe zur Verwalterin des Lehns. Gerüchten zufolge sollte binnen eines Sonnenlaufes ein neuer Herr berufen werden, der Elbenherr Gwaolin. Dies scheint nie erfolgt zu sein, verwaltet nun, mehr als zwei Sonnenläufe später, an seiner Schwester statt der junge Rigobert Dovrac Selenovich das Familienerbe. Miguel Don Pacos beseitigte die Unklarheiten, als er eben jenen aufstrebenden Spross der Dovrac nach Erhalt seines Ritterschlags zum Lehnsmann über diese Lande berief.

Die Steinwacht pflegte stets gute Kontakte zu den Wildelben des alten Waldes. So verwundert es auch nicht, dass die Truppen der Steinwacht immer wieder durch Elben verstärkt werden, sind es doch hauptsächlich Bogenschützen, die dies Lehn als Kontingent aufbringt. Jene Steinwachter Bogenschützen sind über die Landesgrenze berühmt. Erst kürzlich wurde eine größere Schar von ihnen zur Verstärkung der Festung des Lichtes ausgesandt.

Über die Elben des Waldes ist nicht viel bekannt, und jene, die engen Kontakt zu ihnen pflegen, hüllen sich in Schweigen. Man munkelt jedoch, dass einer ihrer ersten Schützen stets an der Seite der Dovractochter zu finden sei.

Zwerge, wenngleich doch Nachbarn, trifft man höchst selten an.

Gab es früher Probleme mit marodierenden Orkbanden, so sind diese mittlerweile fast völlig verdrängt. Seit Beginn des Rabensteinkonflikts ist ein Kopfgeld auf jeden erschlagenen Orken ausgesetzt und so mancher konnte sich ein hübsches Sümmchen verdienen. Die Grenzen nach Rabenstein sind verstärkt worden, und mehrere Einheiten der Bogenschützen sind dort ständig stationiert. Kaum ein Ork wagt jetzt sein Fuß auf den Boden der Steinwacht. Wenn doch...bezahlt er es meist mit dem Leben...

Selene Dovrac Mieschkova, die berühmteste Alchemistin des Landes, lebt auf der Feste Steinwacht, seit die neuen Herren in dies Land kamen. Es scheint ruhig zu liegen, doch etwas Merkwürdiges ist in der Luft. Wispern und Stimmen im Wind, kalte Schauer, die einen plötzlich überfallen... Gerüchte über Sonderbares und doch Nichts gehen umher. Keiner weiß wirklich was hinter den Mauern geschieht, wenn im Winter nur wenige über schwer zugängliche Pfade ihren Weg dorthin finden.

Die Thornburg, zwischenzeitlich von den Elfkreuzern Rabenhorst genannt, wirkt lebendiger. Vor fast zwei Jahren, nach dem kurzen doch heftigen Gefechten mit den Elben, wurde hier eine Schenke zu Ehren des Gefallenen Kiras eröffnet: „Zum ehrlichen Säufer", stets gut besucht. Einer der wenigen Astarteschreine ist hier ansässig, und wird von Bruder Elmo verwaltet.

Hoch oben im Turm haust Miroslav, der Wütende, einstiger Herrscher dieses Landestrichs. Sein Blick ist stets auf die Berge gerichtet, von alten, besseren Tagen träumend. Kaum einer wagt es die vielen Stufen des Turmes zu erklimmen, um seiner ansichtig zu werden; denn dunkle Gerüchte ranken sich um ihn.

Boten gehen in den Hauptgebäuden ein und aus, auch das Gurren der Brieftauben scheint einen überall zu begleiten. Von hier aus werden die Geschicke des Lehns gelenkt, prangt das Zwillingswappen der Dovrac Familie wieder von den Mauern.

So folgen die Leute ihrem eigenen Tagwerk und nur manchmal schrecken Ereignisse sie auf, so wie vor einigen Jahren, als aus unerklärlichen Gründen eine große Obstplantage mitsamt ihrer Besitzer kläglich in den Flammen unterging.

Gelegentlich sieht man Miroslavs Kinder durch die Lande reiten, doch ansonsten ist es in einem der Stammlande des alten Adels ruhig geworden...

 

Bekannt aus der Steinwacht:

  • Herr Rigobert Dovrac Selenovich, Vasall der Steinwacht (Vasall, Kanzler Akrons seit A.A. 74 t.n.)
  • Die Medeba Elisabetha Kalin'Chen Natimova
  • Boleslaus Katharinovich Pruzen (Knappe)
  • Der Elb Rana-Rar Sternenwind
  • Alina Kalin'Chen Irinova (Aspirantin Herrn Jaromir von Breitenfels')
  • Palos Kalin'Chen Rusvanovich
  • Schwester Nadessha Dovrac Selenova, Vasallin zu Akronisch-Aredhrock (verstorben im Sommer A.A. 71 t.n.)
  • Zarek Pruzen Katharinovich (Knappe Herrn Rigoberts, verstoren im Sommer A.A. 70 t.n.)
  • Basil (Knappe Herrn Rigoberts, verstorben im Herbst A.A. 74 t.n.)

Weitere Personen möchten lieber ungenannt bleiben, wurden aber schon des Öfteren mit zwielichtigen, betrunkenen Gestalten gesichtet.


  

 
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